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Impressum

Antenne Witten

DAS GROSSE QUIZBUCH DES UNNÜTZEN WISSENS
550 Fragen, 2200 mögliche Antworten
 
ISBN 3426621312
Knaur Verlag, München 2002
EUR 7,90
 
Dies ist tatsächlich ein Quizbuch. Es umfasst 550 Fragen und 2200 mögliche Antworten. Es prahlt damit, unnützes Wissen vermitteln zu wollen. Doch was ist eigentlich unnützes Wissen? Kann Wissen überhaupt in irgend einer Form unnütz sein? Denken Sie darüber nach! Aber nicht jetzt. Später, wenn Sie dieses Buch gekauft haben und sich daheim befinden, wo Sie nun ihre 26teilige Lexikonsammlung vor sich auf den Tisch stellen, in der Hoffnung, in ihr die Antworten auf all die Fragen, die ich Ihnen stelle, zu finden.
Doch ob Ihnen dies etwas nützen wird, sei dahin gestellt, denn auf das Gros der in diesem Büchlein gestellten Fragen, wird Ihnen ein klassisches Lexikon nicht weiterhelfen können. Angewiesen sind Sie vielmehr auf ihre persönlichen Erinnerungen. Erinnerungen an eine Zeit, die so weit in der Vergangenheit zu liegen scheint, und die doch erst ein paar Jahre zurück liegt. Gemeint sind die 70er und die 80er Jahre. 
 
Jawoll, dieses Buch widmet sich an jene Leserschaft, die die 70er und / oder die 80er Jahre bewusst miterlebt haben. Doch keine Panik: Wer erst 1980 oder noch später das Licht der Welt erblickte, kann an diesem Büchlein trotzdem Freude finden, denn es zeigt auf, dass wir, die Älteren, die wir heute die Nase über die so genannte Jugendkultur rümpfen - ebenfalls unsere Leichen im Keller liegen haben!
 
Gesellschaftspolitisch ist in dieser Zeit viel passiert: Die sozial-liberale Koalition,  Entspannungspolitik, Vietnamkrieg, RAF, Helmut Kohl, Gorbatschow, Fall der Mauer. Diese Ereignisse werden in diesem Buch nicht ignoriert, die eine oder andere Frage widmet sich durchaus politischen Inhalten. Dennoch interessieren sie nur am Rande. Dieses Quizbuch behandelt vielmehr die Fragen, die jene, die in dieser Zeit aufgewachsen sind, wirklich beschäftigen. Welchen Kaffee trank Frau Sommer? Wonach schmeckte der Grünofant? Und wie hieß der Hauptkonkurrent von Playmobil? 
 
DIE 70er UND 80er IN EINEM BUCH? 
 
Nun mag der eine oder andere Leser die Stirn runzeln und sich fragen: Wie kann man  zwei so unterschiedliche Jahrzehnte wie die 70er und die 80er Jahre in einem Quizbuch miteinander verbinden? 
Diese Frage ist berechtigt und bedarf einer Erklärung: Dieses Buch wendet sich vor allem an jene, die im Verlauf der 70er eingeschult wurden und in den späten 70ern beziehungsweise den 80ern ihre Horrorjahre – genannt: die Pubertät – erleiden mussten. Also jene, die in etwa zwischen 1965 und 1975 das Licht der Welt erblickten. Dies schließt, wie bereits erwähnt, ältere und jüngere Leser nicht aus, doch die genannte Generation ist es, die mir vorschwebte, als ich die Fragen für dieses Buch zusammengestellt habe. Jene Generation, der ich persönlich angehöre. Die frühen 70er Jahre spielen daher in diesem Buch nur ganz selten einmal eine Rolle. Richtig los geht es mit den Jahren 1975, 1976. Dabei sei an dieser Stelle ein Faktum besonders betont: Dieses Buch ist keine Bestandsaufnahme des Lebensgefühls der zwischen 1965 und 1975 Geborenen. Es besteht nicht darauf, im Fragenkatalog einen vollständigen Überblick über diese Zeit zu verschaffen Mögen Sie bei der einen oder anderen Frage auch laut ausrufen, „Ja, ich erinnere mich“, wird Ihnen dieses Buch leider nicht dabei helfen können, neue, atemberaubende Erkenntnisse über die Vergangenheit, ihr Dasein oder den Sinn des Lebens zu erkennen.
Dieses Buch ist kein politisches Manifest, keine soziologische oder historische Studie und es ist keine Glaubensschrift. Dies ist ein Quizbuch mit Fragen und Antworten. Nicht mehr, nicht weniger!
 
EIN WESSI-BUCH? 
 
Ich wurde „tief im Westen“ geboren, um Herbert Grönemeyer zu zitieren. Zwar nicht in Bochum, aber ganz in der Nähe. Wer in diesem Buch also Fragen über den Osten der Republik, die Abrafaxe, Rotkäppchensekt oder Spielzeugeisenbahnen im Maßstab TT sucht, wird enttäuscht werden. Das Fehlen dieser Fragen stellt jedoch keine böse Absicht oder gar eine Geringschätzung des Alltags der Menschen im Osten dar. Nur sah meine persönliche Lebensrealität zwischen 1970 und 1990 eben ganz anders aus als beispielsweise die eines geschätzten Freundes und Kollegen von mir, der in Gotha geboren und aufgewachsen ist. Natürlich hätte ich ein eigenes Ost-Kapitel in dieses Buch aufnehmen können, doch Hand aufs Herz: Hätte dies nicht nach einem Alibi-Kapitel gestunken? 
 
 
EINE PROBEFRAGE:
 
Ratz und Rübe lebten...
a.) ... in einer komfortablen 185-qm-Villa in München-Daglfing, bis Ratz in den dringenden Tatverdacht geriet, Rübe erschossen zu haben. Oberinspektor Derrick entlarvte jedoch den Kapellmeister Kloba als den Mörder. Dieser hatte seinen Studenten Rübe ermordet, da dieser ihn in flagranti mit der Ehefrau von Konsul Wittstein ertappt hatte. Rübe hatte Kloba daraufhin erpresst und eine nicht unerhebliche Geldsumme von ihm gefordert, war er als einfacher Student doch schon lange nicht mehr in der Lage, sich eine 185qm-Villa leisten zu können. 
b.) ... in einer rappelnden Kiste. 
c.) ... in einer Wohngemeinschaft in der Lindenstraße 24. Ratz war Student der Sozialwissenschaften und Sprecher der Asta der Gesamthochschule von München, während Rübe als Kunststudentin vor allem ihren Professor Gneisel zu poppen pflegte. Ihre ausschließlich auf sexueller Gewohnheit basierende Beziehung zu Ratz beendeten sie, als dieser eines Tages zu ihr sagte: „Du, hör mal, du, den Helmut Kohl finde ich so schlecht gar nicht...“.
d.) ... auf Hawaii und hießen eigentlich Magnum und Higgins.
 
 
 
 
 
 
DAS GROßE BUCH DER VERSCHWÖRUNGEN
Vom 11. September bis zu den Schwarzen Koffern
 
ISBN 3898805689
Heel Verlag, Königswinter 2006
EUR 12,95
 
 
Wenn man sich mit Verschwörungen befasst, betritt man als Autor ein sehr dünnes Eis. Geht man zu kritisch an das Thema heran, heißt es schnell: "Da hat er wohl keinen Mut gehabt, das Eisen anzufassen. Langweilig!". Fehlt die Kritik oder geht sie nicht weit genug, gilt man als Paranoiker. Die amerikanischen Autoren Jonathan Vankin und John Whalen haben einen wunderbaren Mittelweg gefunden. Ihnen gelang der perfekte Spagat zwischen Humor, Ernsthaftigkeit, Ironie und Faszination für diese sehr schwierige Thematik. Ihre Arbeit liegt dieser deutschen Veröffentlichung zugrunde.
 
DIE DEUTSCHE AUSGABE
 
Vankins und Whalens verfassten ein Buch mit 80 Verschwörungstheorien. Es erschien Anfang der 90er Jahre in den USA. Der Heel Verlag veröffentlichte einige Jahre später eine deutsche Fassung, die jedoch nur 50 der von ihnen zusammengetragenen Theorien in einer ersten Übersetzung zusammenfasste. 2004 veröffentlichten die Autoren in den USA eine überarbeitete Neuauflage ihres Werkes. 30 neue beziehungsweise seinerzeit nicht in die deutsche Ausgabe aufgenommene Kapitel ließ der Heel Verlag daraufhin übersetzen, 20 weitere Kapitel, deren Bearbeitung in meinen Händen lag, entstanden exklusiv für den deutschen Markt.
 
So fanden Geschichten wie die Barschel-Affäre, der Mord an Olof Palme oder die höchst amüsante Bielefeldverschwörung Einzug in dieses Buch. Konspirationstheorien aus Europa, die von amerikanischen Autoren nur selten berücksichtigt werden.
 
BERICHTIGUNGEN
 
Boah, glaubse, mich kriegen se... Kennen Sie dieses Gefühl - Sie lesen etwas, das sie vor einiger Zeit selbst geschrieben haben - und es überkommt Sie das starke Bedürfnis, sich selbst einen Holzscheit über den Schädel ziehen zu müssen, da Sie  denken - das kann ich doch nicht geschrieben haben? Das kann mir doch nicht wirklich passiert sein?! Hallo???
 
Ich habe es geschafft, nicht weniger als drei Fehler zu fabrizieren, die manch einem Leser nicht entgehen werden bzw. entgangen sein dürften. Drei - vor allem - dumme Fehler, die nichts mit mangelhafter Recherche zu tun haben. Auch nicht mit gezielten Desinformationen der CIA, des BKAs, der AOK oder der S-Bahn-Fahrervereinigung Witten-Annen-Nord. Es sind drei Fehler, die einfach passiert sind und die mir eigentlich beim Korrekturlesen hätten ins Auge springen müssen. Nun denn, ich tröste mich damit, dass Korrekturspalten in jeder guten amerikanischen Tageszeitung zum guten Ton gehören und auch deutsche Tageszeitungen inzwischen die "Neue Ehrlichkeit" zu schätzen wissen. So betrachtet befinde ich mich wenigstens in einer guten Gesellschaft, wenn ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, nun auf drei Fehler aufmerksam mache. Flüchtigkeitsfehler, wie mein alter Grundschullehrer sie nannte. Würde er heute noch unter uns weilen - er würde mich fragen: "Christian, habe ich dir nicht gesagt, du sollst deine Gedanken zusammen halten?" Und ich würde, wie seinerzeit, 1979, vor ihm stehen, den Blick gesenkt - und murmeln: "Ja, tut mir Leid".
 
Warum ich mich dieser Selbstgeißelung unterziehe? Wissen Sie, ich möchte nicht erst 80 Jahre alt werden müssen, um dann in meinen Memoiren "Vom Schälen einer Kartoffel" zuzugeben - ja, auch ich, der große Moralist, Unterstützer aller Minderheiten und Cola-Light-Trinker, ich war nicht immer so perfekt, wie ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, dies glauben mögt. Ich habe Fehler begangen. Damals, 2006.
 
Also, hier sind die Fehler und ihre Korrekturen.
 
Im Kapitel "Operation Ajax" ist mir in Bezug auf eine Namensnennung ein Fauxpas unterlaufen. Zwei amerikanische Präsidenten spielen in diesem Kapitel entscheidende Rollen: Harry Truman und George D. Eisenhower. Aber auch ein amerikanischer Agent namens Kermit Roosevelt ist von Belang, ein Enkel des legendären US-Präsidenten Teddy Roosevelt, der somit auch mit Harry Trumans Vorgänger Franklin D. Roosevelt verwandt war. Tja, und so heißt es einmal, in die Operation Ajax sei Präsident Roosevelt involviert gewesen. Das ist natürlich falsch! Die Operation, die 1953 im Iran stattfand, wurde natürlich von Präsident Eisenhower gedeckt, sein Mann vor Ort war der Präsidentenenkel Kermit Roosevelt. Während bei all den Roosevelts den meisten Lesern dieser kleine Fauxpas kaum auffallen dürfte (aber Ehrlichkeit ist eine Zier), ist ein anderer Fehler etwas schwerwiegender. In diesem Fall, auf Seite 344, fehlt ein einziges Wort. Das Wort "nicht". Ja, ein Wort, aber ein böser Fauxpas. Es geht um den englischen Prinzen Albert Victor, der im Verdacht steht, indirekt in die Morde des Jack the Ripper verwickelt gewesen zu sein. So steht im Kapitel zu lesen, Albert Victor hätte zu den intelligenteren Vertretern seines Standes gezählt. Ups. Es muss heißen, dass er nicht zu den intelligenteren Vertretern der Aristokratie zählte. Tja, und dann gibt es noch die Seite 310, auf der ich schreibe, ein Hurrican habe 2005 die Stadt St. Louis dem Erdboden gleichgemacht. Häh? Autsch. Uh... Ich meine, es kann man mal passieren, dass man während des Schreibens - und ich schreibe sehr sehr schnell - dass sich da ein solcher Fauxpas einschleicht. Man ist einen Moment abgelenkt, die Finger fliegen über die Tastatur und irgendwie... Na ja. Beim Korrekturlesen aber sollte ein solcher Fehler den Autor anspringen, ihm links und rechts eine Gerade verpassen, ihm sagen: Lösche mich, Dummkopf. Ist aber nicht passiert. 2005 erwischte es natürlich die Stadt New Orleans ziemlich übel. Und es ist die Stadt New Orleans, die in diesem Kapitel von Belang ist.
So, nun habe ich mich genug gegeißelt, mich der Lächerlichkeit preisgegeben, mein Haupt in Demut vor Ihnen verbeugt. Um von meinen Fehlern abzulenken, möchte ich Sie auf einen sehr guten Artikel von Spiegel Online aufmerksam machen, der sich mit dem 11.9.01 auseinandersetzt. Also, anklicken!
 

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